Das Williams-Beuren Syndrom |
Was versteht man unter dem Williams-Beuren
Syndrom
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Unter dem medizinischen Ausdruck „Syndrom“ versteht man das Auftreten
verschiedener Symptome oder Defekte, die mit einer gesundheitlichen
Schädigung verbunden sind. Das Williams-Beuren Syndrom (WBS
) wurde
1961 zum ersten Mal von Dr. J.C.P. Williams, einem Neu-Seeländer
Kardiologen und dann 1964 von Dr. A.J. Beuren, einem deutschen
Kardiologen, beschrieben.
Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass eine
Mikrodeletion des 7. Chromosoms, an der Stelle des Elastin-Gens,
eine der Ursachen für WBS ist. Der Ursprung dieser genetischen
Anomalie ist weiterhin unbekannt. Eine Blutuntersuchung erlaubt,
die Diagnose von WBS zu bestätigen.
WBS tritt bei einer von 20'000
bis 50'000 Geburten auf. Beide Geschlechter sind gleich stark betroffen.
Merkmale von WBS, die von Geburt an bestehen |
- Geringes Geburtsgewicht.
- Spezifische Gesichtszüge,
die an „Kobolde“ oder an „Elfen“ erinnern:
Kleiner Kopf, breite Stirn,
breite Nasenwurzel, häufig geöffneter Mund, vorgewölbte
Lippen, kleines Kinn, hervorstehende Wangen
- Augen:
Bei Kindern mit
blauen oder grauen Augen ist die Iris sternförmig. Dieses Merkmal
fehlt bei Kindern mit anderer Augenfarbe. Strabismus möglich.
- Herzfehler:
Geburtsgebrechen unterschiedlichster Ausprägung
bei 80% der Kinder: Verengungen der Aorta und / oder der Lungengefässe,
Ventrikel- oder Vorhofsdurchgang.
- Nabelbrüche und Leistenbrüche:
treten bei einigen Kindern auf
- Hyperkalzämie:
Hoher Kalziumspiegel
im Blut, der sich später. Lebensjahr normalisiert. Diese Anomalie
kann bei der Einnahme von Vitamin D Tropfen zu Erbrechen führen.
Photos von Kindern verschiedenen Alters


Merkmale von WBS, die später auftreten
- Verzögerte psychomotorische Entwicklung:
Fähigkeit zu Sitzen, zu Laufen, Sprachentwicklung, grobe und
feine Motorik entwickelt sich mit Verzögerung. Die Ermüdbarkeit
der WBS-Kinder ist recht gross.
- Zähne:
Vergrösserte Abstände, zum Teil schlechte Qualität
des Zahnschmelzes oder Mausezähnchen
- Gewichtszunahme:
Eher schwach, da Erbrechen und Magen-Darm-Probleme recht häufig
vorkommen.
- Grösse:
Durchschnittsgrösse 150 - 160
cm
- Pubertät:
tritt früh auf
- Spezifische Sensibilität des Gehörs:
Die Kinder schützen sich vielfach vor lauten, hohen oder unbekannten
Geräuschen, indem sie sich die Ohren zuhalten. Häufig haben
WBS-Kinder ein ausgezeichnetes Musikgehör.
- Weinen:
Häufig, vor allem nachts.
- Ausgeprägte emotionelle Sensibilität, Ängstlichkeit:
Furcht vor Schmerzen, Einsamkeit, Höhenangst oder bei nicht vorhersehbaren
Ereignissen.
- Verzögerte geistige Entwicklung:
Die psychische Entwicklung weist eine grosse Bandbreite auf und kann
eine mittlere bis starke geistige Behinderung verursachen. Die Ausdrucksfähigkeit
der WBS-Kinder ist im Vergleich zu den motorischen Fähigkeiten
hoch. Das Gedächtnis ist sehr gut. Die Kinder interessieren sich
für bewegte Objekte und kleine Gegenstände. Häufig drücken
sich die Kinder gut, aber recht stereotyp aus. Konzentrationsschwierigkeiten.
- Soziales Verhalten:
WBS-Kinder sind sehr freundlich, offen und an anderen Menschen interessiert.
Therapie und Begleitung
Zum heutigen Zeitpunkt ist das Williams-Beuren-Syndrom
nicht heilbar. Es
ist aber möglich, die verschiedenen Einzelsymptome, die ganz individuell
auftreten, zu behandeln.
Die Kinder müssen regelmässig untersucht werden, v.a. deren
Blutwerte (Kalziumgehalt), und auf mögliche Herz- und Zahnprobleme
hin. Die psychomotorische Entwicklung kann durch geeignete Therapien
positiv beeinflusst werden. Eine multidisziplinäre Behandlung
durch Heilpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten ist wichtig,
damit dem WBS-Kind optimale Entwicklungschancen gegeben werden können.
Integration ist möglich.
In der Zukunft werden wahrscheinlich Gen-Therapien möglich sein.
Ein WBS-Kind ist aber ein Individuum, das nicht nur durch seine genetische
Veranlagung, aber auch stark von seinem persönlichen Charakter,
seiner individuellen Lebensgeschichte und seiner Umwelt beeinflusst
wird. |
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